Leitfaden: lokale Biodiversität-KPIs als KMU erfassen und berichten inkl. Download Muster
Reporting Biodiversität – zeigt was Ihr lokal schon tut
Viele kleine und mittlere Unternehmen gestalten ihre Standorte längst grüner: Höfe werden entsiegelt, Blühflächen angelegt, Dachgärten entstehen, Beleuchtung wird naturfreundlicher, es gibt erste Kooperationen mit lokalen Initiativen. Doch oft bleibt dieses Engagement unsichtbar – in E-Mails, in Köpfen oder in einzelnen Projekten, die nicht miteinander verbunden sind.
Gleichzeitig wächst der Druck von außen: Kund:innen, Banken und große Geschäftspartner fragen zunehmend nach nachvollziehbaren Nachhaltigkeitsinformationen – auch zur Biodiversität. Spätestens seit CSRD, ESRS & Co. wird klar: Wer frühzeitig Ordnung in seine Daten bringt, ist später im Vorteil.
Reporting Biodiversität leicht gemacht: genau hier setzt dieser Beitrag an: Du bekommst einen einfachen Leitfaden und zwei Excel-Tabellen, mit denen du als KMU eure Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität strukturiert erfassen und für verschiedene Berichtsformate nutzen kannst – ohne Vorwissen und ohne Extra-Software.
Hier kannst du dir beide Muster-Tabellen als Excel-Dateien und diesen Beitrag etwas ausführlicher als PDF kostenlos herunterladen.
Was beim Biodiversitäts-Reporting wirklich zählt
Bevor du anfängst, Daten zu sammeln, hilft ein Überblick: Was wird überhaupt abgefragt? Die gute Nachricht: Ob VSME, DNK, GRI oder ESRS-kompatible Anfragen von Großkund:innen – im Kern geht es immer um die drei folgenden Fragen:
- Standorte und Flächen: Wo seid ihr aktiv? Wie groß sind eure Flächen? Wie viel ist versiegelt, wie viel naturnah gestaltet?
- Maßnahmen und Projekte: Was tut ihr konkret für die lokale Biodiversität – auf eurem Gelände und im Umfeld? Zum Beispiel Entsiegelung, Blühflächen, Dach- & Fassadenbegrünung, Totholzstrukturen, angepasste Beleuchtung, Bildungsaktivitäten, Kooperationen.
- Ziele und Fortschritt: Welche Ziele habt ihr euch gesetzt – und wann wollt ihr was erreicht haben? Wie könnt ihr zeigen, dass sich etwas verändert?
Wenn du diese drei Bausteine im Blick hast, wird Reporting auf einmal greifbar: Es geht nicht um perfekte Compliance, sondern darum, eure Realität strukturiert abzubilden – Schritt für Schritt.
In 3 einfachen Schritten zum Bericht
Schritt 1 – Eure Standorte und Flächen erfassen
Der erste Schritt ist ein Blick auf eure Standorte. Dafür brauchst du keine Spezialtools – Lagepläne, Luftbilder oder einfache Skizzen reichen für den Einstieg.
In der Excel-Vorlage „Biodiversitaet_1_Standorte_Flaechen.xlsx“ tragt ihr für jeden Standort unter anderem ein:
- eine eindeutige Standort-ID und den Standortnamen
- die Gesamtfläche in Quadratmetern
- wie viel davon versiegelt ist (Parkplätze, Gebäude, Wege)
- wie viel als nature-oriented area on-site genutzt wird – also Flächen, die primär der Natur dienen, etwa Blühwiesen, naturnahe Beete, Teiche, Dachbegrünungen oder Totholzbereiche
- ob der Standort in oder nahe eines biodiversitätssensiblen Gebiets liegt (z.B. Natura-2000-Gebiete, Naturschutzgebiete; einfach über online-Karten prüfbar: https://natura2000.eea.europa.eu/)
Damit legst du den Grundstein für alle weiteren Auswertungen und erfüllst die zentralen Flächenanforderungen von VSME B5 sowie wichtige Erwartungshaltungen in DNK- und ESRS-nahen Reportings.
Schritt 2 – Projekte und Kooperationen sichtbar machen
Im zweiten Schritt geht es um das, was euch eigentlich ausmacht: eure konkreten Maßnahmen und Kooperationen.
In der Excel-Vorlage „Biodiversitaet_2_Projekte_Kooperationen.xlsx“ bekommt jedes Projekt eine eigene Zeile:
- Projekt-ID und Projektname (z.B. „Entsiegelung Parkplatz“, „Blühwiese Südfassade“, „Kooperation mit Akteur Nachbarschaft“)
- Zuordnung zu einem Standort
- Kategorie (Entsiegelung, Blühfläche, Dachbegrünung, Monitoring, Bildung, Kooperation usw.)
- Projektfläche in m², wenn die Maßnahme eine Fläche betrifft
- Status (geplant, laufend, abgeschlossen) und Jahr
- beteiligte Partner wie lokale Initiativen, NGOs, Umweltbildungseinrichtungen oder Kommunen
So entsteht mit der Zeit eine lebendige Übersicht eurer Biodiversitätsaktivitäten: Ihr seht, was ihr wann gemacht habt, mit wem ihr zusammenarbeitet und wo noch Potentiale für weitere Maßnahmen schlummern.
Schritt 3 – Von den Tabellen zum Bericht
Sind beide Tabellen gefüllt, wird aus Daten ein Bericht. Du kannst nun für verschiedene Anlässe passgenau berichten – ohne jedes Mal neu anfangen zu müssen.
- Für VSME:
Ihr könnt die geforderten Angaben zu Standorten, Flächen, versiegelten Bereichen und nature-oriented area on-/off-site direkt aus der Standorttabelle ableiten. - Für den DNK:
Ihr nutzt die Tabellen, um eure Standorte, Maßnahmen und Ziele zu beschreiben – ergänzt um einige erklärende Sätze, warum Biodiversität für euch relevant ist. https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/en/create-report/ - Für ESRS-kompatible Anfragen von Großkund:innen:
Ihr habt eine standortbezogene Flächenübersicht sowie eine Liste relevanter Maßnahmen und könnt Impact-Metriken (z.B. entsiegelte Fläche, neu geschaffene naturnahe Flächen) ohne großen Aufwand liefern. - Für GRI:
Ihr könnt Standorte in oder nahe Schutzgebieten sowie eure Maßnahmen zu positiven/negativen Auswirkungen entsprechend den Biodiversitätsstandards zuordnen.
Das Prinzip: Ein Datenset, viele Anwendungsmöglichkeiten. Ihr spart Zeit und steigert gleichzeitig die Qualität eurer Aussagen.
Eure Vorteile – und wie ihr jetzt mit 1-2 Stunden Zeit starten könnt
Mit diesem Leitfaden hier und den beiden Tabellen als Download könnt ihr sofort starten und eure Daten erfassen und gewinnt gleich mehrfach:
- Ihr erfasst eure Maßnahmen einmal und könnt sie für unterschiedliche Berichte wiederverwenden.
- Ihr braucht kein Spezialwissen – die Tabellen sind so angelegt, dass ihr sie im Team (z.B. Geschäftsführung, Facility, Nachhaltigkeitsinteressierte) selbst füllen könnt.
- Ihr schafft Transparenz nach innen und außen: Mitarbeitende sehen, was passiert; Kund:innen und Partner erkennen euer Engagement.
- Ihr legt die Basis schnell und niederschwellig, um in den kommenden Jahren gezielt Ziele zu setzen und Fortschritte zu messen.
Hol dir hier die Excel-Vorlagen & den Leitfaden
Wenn du loslegen möchtest, brauchst du nur folgende Bausteine:
- Biodiversitaet_1_Standorte_Flaechen.xlsx – für eure Standorte und Flächen
- Biodiversitaet_2_Projekte_Kooperationen.xlsx – für Projekte und Kooperationen
- Leitfaden – dieser Beitrag etwas ausführlicher als PDF
Lade dir hier die Musterdateien als Excel-Vorlagen herunter, setz dich mit deinem Team für ein oder zwei Stunden zusammen und ihr habt den Grundstein für euer erstes Biodiversitäts-Reporting schon gelegt.
Du möchtest nicht nur Flächen und Projekte strukturiert erfassen, sondern auch zeigen, welche Pflanzen- und Tierarten von euren Maßnahmen profitieren? Dann lies ergänzend unseren Bonus-Leitfaden ‚Flora & Fauna erfassen und monitoren‘. Beide Beiträge sind aufeinander abgestimmt und geben dir zusammen ein praxisnahes Set für Biodiversitäts-Erfassung und Reporting in KMU.
Schau auch diese Blogbeiträge zu diesem Thema an:
Teil 1: Einführung eigene lokale Biodiversitätsstrategie & -Maßnahmen definieren und umsetzen inkl. Mustervorlagen zum Download
Teil 3: Bonus-Leitfaden: Flora & Fauna erfassen und messbar inkl. Download Mustervorlagen
Du möchtest nicht nur Flächen und Projekte strukturiert erfassen, sondern auch zeigen, welche konkreten Pflanzen-, Insekten, Vogel- und andere Kleintierarten von euren Maßnahmen profitieren? Dann lies ergänzend unseren Bonus-Leitfaden ‚Flora & Fauna erfassen und monitoren‘. Beide Beiträge sind aufeinander abgestimmt und geben dir zusammen ein praxisnahes Set für Biodiversitäts-Erfassung und Reporting im KMU.
Link- & Quellensammlung zum Beitrag:
VSME
https://ec.europa.eu/finance/docs/law/250730-recommendation-vsme-annex-1_en.pdf
https://www.efrag.org/sites/default/files/sites/webpublishing/SiteAssets/VSME%20Standard.pdf
DNK
https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/en/create-report/
Nähe zu Naturschutzflächen berechnen:
https://natura2000.eea.europa.eu






