Unternehmen fördern: Biodiversitätskooperationen ohne eigene Flächen

Einstieg Teil 4 – Wie Unternehmen ohne eigene Flächen Biodiversität fördern können

Auch ohne eigene Flächen kannst du mit deinem Unternehmen wirksam zur Biodiversität beitragen, z.B. durch lokale Biodiversitätskooperationen, Corporate Volunteerings und langfristige Partnerschaften mit Flächen und Projekten von Dritten. So stärkst du Artenvielfalt vor Ort, baust Beziehungen in deinem Kiez auf und verbesserst gleichzeitig Teamgeist, Arbeitgeberattraktivität und Reputation.

1. Schritt: Lokale Biodiversitätsprojekte unterstützen

Viele Städte haben eine aktive Szene von Non-profit-Projekten, Urban-Gardening-Initiativen, Schulgärten, Umweltbildungszentren oder Naturschutzverbänden, die sich bereits mit viel Erfahrung und Expertise für Biodiversität einsetzen und zusätzliche Unterstützung gut gebrauchen können. Für KMU ohne eigene Grundstücke sind solche Kooperationen ein direkter Hebel, um Biodiversität lokal zu fördern und gleichzeitig lokales Engagement sichtbar zu machen.

  • Kooperationsmöglichkeiten finden
    Schau dich im direkten Umfeld deines Standorts um: Urban-Gardening-Projekte, Kita- und Schulgärten, Gemeinschaftsgärten, Umweltbildungseinrichtungen oder lokale Naturschutzgruppen sind oft offen für Kooperationen, Spenden oder gemeinsame Aktionen mit Unternehmen.
    Ein kurzes Erstgespräch klärt, was gerade wirklich gebraucht wird: Materialspenden (z.B. Werkzeuge, Holz, Pflanzen), finanzielle Unterstützung, Know-how oder regelmäßige Mithilfe vor Ort.
  • Warum das wirkt
    Lokale Projekte schaffen neue Grünräume, fördern Artenvielfalt im dicht bebauten Umfeld und bieten Möglichkeiten für lokale Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Gleichzeitig steigert dein Unternehmen seine Sichtbarkeit als verantwortungsbewusster Akteur im Quartier.
  • Konkreter Praxis-Tipp – „Grüner Tag“
    Organisiere einen – am besten regelmäßigen – „Grünen Tag“, an dem Mitarbeitende gemeinsam ein lokales Projekt unterstützen: zum Beispiel Beete in einem Schulgarten anlegen oder pflegen, ein Urban-Gardening-Projekt beim Bau neuer Hochbeete unterstützen oder eine bestehende Fläche für mehr Insektenfreundlichkeit umbauen.
    Solche Aktionstage schaffen Purpose für Mitarbeitende, verbinden Teambuilding mit direktem, sichtbarem Impact vor Ort – die Fläche verändert sich unmittelbar, Fotos eignen sich für interne Kommunikation und Nachhaltigkeitsberichte, und das Team erlebt, dass Unternehmenswerte praktisch gelebt werden.

2. Schritt: Freiwilligenarbeit für Mitarbeitende fördern

Corporate Volunteering – also die Freistellung von Mitarbeitenden für gemeinnütziges Engagement – ist ein starker Hebel, um Natur- und Umweltprojekte dauerhaft zu unterstützen. Studien zeigen: Freiwilliges Engagement im Unternehmenskontext stärkt Motivation, Bindung ans Unternehmen und die Identifikation mit der Unternehmenskultur.

  • Corporate-Volunteering-Tage einführen
    Biete deinen Mitarbeitenden z.b. pro Quartal einen Freiwilligentag an, die sie explizit in Natur-, Umwelt- oder Bildungsprojekten für Biodiversität einsetzen können – idealerweise bei Partnern, mit denen dein Unternehmen langfristig zusammenarbeitet.
    Das kann vom Einsatz in einem Naturschutzgebiet über Pflegeeinsätze in einem Gemeinschaftsgarten bis zur Unterstützung von Umweltbildungsaktionen mit Schulklassen im Schulgarten reichen.
  • Nutzen für Unternehmen und Team
    Corporate Volunteering verbessert nachweislich Betriebsklima, Mitarbeitendenzufriedenheit und Teamzusammenhalt. Viele Beschäftigte empfinden es als sinnvoll, wenn ihr Arbeitgeber gesellschaftliches Engagement ermöglicht. Das Unternehmen wird als attraktiver und werteorientierter Arbeitgeber wahrgenommen.
  • Beispiel aus der Praxis
    Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitenden gezielt, an Aktionstagen gemeinsam mit einer Garteninitiative aus der Nachbarschaft einen Schulgarten biodivers zu gestalten und zu pflegen. Solche Einsätze zeigen, wie sich „Purpose“ konkret anfühlen kann: raus aus dem Büro, rein in ein Projekt, bei dem das Ergebnis unmittelbar sichtbar ist und das Team gemeinsam regelmäßig die Biodiversität in der Nachbarschaft pflegt.

3. Schritt: Langfristige Partnerschaften und Biodiversitätskooperationen aufbauen

Einmalige Aktionen sind ein guter Einstieg, doch gerade für Biodiversität ist Kontinuität entscheidend. Langfristige Kooperationen mit lokalen Initiativen sorgen dafür, dass Projekte gepflegt, weiterentwickelt und über mehrere Jahre wirksam bleiben.

  • Von der Aktion zur Partnerschaft
    Überlege, mit welchen Projekten dein Unternehmen eine mehrjährige Zusammenarbeit aufbauen kann – etwa durch jährliche „Grüne Tage“, regelmäßige Volunteering-Einsätze, planbare finanzielle Unterstützung oder gemeinsame Bildungsangebote für Mitarbeitende.
    Eine solche Partnerschaft kann z.B. beinhalten, dass dein Unternehmen die Patenschaft für einen Schulgarten, eine Urban-Gardening-Fläche oder ein lokales Naturschutzprojekt übernimmt.
  • Strategischer Mehrwert
    Langfristige Kooperationen zahlen auf deine Nachhaltigkeitsstrategie, Employer Brand und lokale Reputation ein – gerade wenn sie konsequent mit deinen Umwelt- und CSR-Zielen verknüpft und im Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert werden.
    Sie erleichtern außerdem die Berichterstattung, weil es wiederkehrende Aktivitäten, Kennzahlen und Geschichten gibt, die du über mehrere Jahre hinweg zeigen kannst (z.B. Anzahl der Einsatztage, beteiligte Mitarbeitende, entwickelte Flächen).
  • Beispiel: Lokales Netzwerk „Meet your local biodiversity“
    In vielen Regionen entstehen Netzwerke, in denen Unternehmen, Umweltbildner:innen, Schulen und Initiativen gemeinsam Biodiversitätsprojekte planen und umsetzen. Für dich als KMU bedeutet das: kurze Wege, passende Partner und Projekte direkt vor Ort – von gemeinsamen Pflanzaktionen bis zu Bildungsformaten für dein Team.

Nächste Schritte

Im nächsten Blogbeitrag erfährst du, wie du eure Biodiversitätsprojekte messen und dokumentieren kannst – ein wichtiger Schritt, um Wirkung sichtbar zu machen und Ergebnisse später in Nachhaltigkeitsberichte (z.B. DNK, VSME oder ESRS-kompatible Reportings) einfließen zu lassen.

Wenn du parallel schon an einer übergeordneten Ausrichtung arbeiten möchtest, lohnt sich zudem ein Blick in den Beitrag zur Biodiversitätsstrategie für dein Firmengelände, der zeigt, wie sich solche Kooperationen strategisch einbinden lassen:

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